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Eingewachsene Zehennägel: Tipps zur Behandlung

Bei eingewachsenen Nägeln – Fachleute bezeichnen sie als Ungius incarnatus oder Onychocryptosis - handelt es sich um einen Nagel, der in die umliegende Haut hineinwächst, was sich nicht nur in Form von Schmerzen, sondern auch Entzündungen an der betroffenen Stelle bemerkbar macht. Während sich der Nagel bei leichten Symptomen noch mit antiseptischen Salben und eine Reihe anderer Maßnahmen behandeln lässt, ist bei schweren Symptomen wie Eiter und chronischer Entzündung oft eine OP nötig. Wir zeigen dir, wie du den betroffenen Nagelbereich richtig behandelst und wieso falsches Schneiden und die richtige Fusspflege so eine grosse Rolle dabei spielen.

Frau mit schmerzendem Fuss

Was sind eingewachsene Nägel?

 

Ein eingewachsener Zehennagel kann sowohl jüngere als auch ältere Menschen betreffen und ist in den meisten Fällen nicht schwer zu erkennen. Der Nagel – oft ist es der des grossen Zehs - gräbt sich in die umliegende Haut ein, was ziemlich schnell deutliche Schmerzen verursacht. Es entstehen Entzündungen mit rötlichen Schwellungen, einem Wärmegefühl und im Extremfall kann es zu Blutungen und eitrigem Ausfluss kommen. Wenn die Entzündung so weit fortgeschritten ist, dann ist es höchste Zeit einen Arzt aufzusuchen!

 

Was sind die Symptome bei eingewachsenen Zehennägeln?

 

Eingewachsene Zehennägel verursachen in erster Linie eine Entzündung. Die betroffenen Bereiche werden stärker durchblutet, röten sich, schwellen an und schmerzen. Je nachdem, wie stark die Beschwerden sind, gibt es unterschiedliche Behandlungsmethoden. Wenn der eingewachsene Zehennagel eher in einem frühen Stadium ist, kannst du gut mit entzündungshemmende Tinkturen, Gelen oder Salben gegen Schmerzen und Schwellungen arbeiten. Es kann sich aber auch mit der Zeit neues Gewebe bilden – die Haut wächst über den Nagel und verschlimmert das Problem. Dieses neue Gewebe wird von Fachleuten auch „Granulationsgewebe“ genannt, da die Oberfläche wie kleine Körnchen aussieht. Ist die Entzündung schon sehr weit vorangeschritten, kann der betroffene Nagelbereich anfangen unangenehm zu riechen. Er blutet, nässt und/oder es bildet sich Eiter. Wenn du dir mit der Behandlung deiner Zehennägel nicht sicher bist, dann besuche am besten eine Praxis für medizinische Fusspflege (Podologie). Die Experten können dich bestens beraten, denn manchmal ist leider eine OP nötig. 

 

Was sind die Ursachen eingewachsener Zehennagel?

 

Doch wieso kommt es überhaupt zu eingewachsenen Nägeln? Die folgenden Punkte können Ursachen und Risikofaktoren sein:

  • Falsches Schneiden: Schneidest du die Nägel nicht gerade sondern oval, kann es passieren, dass du an den Seiten zu tief schneidest. Der Fussnagel wächst ins Nagelbett hinein und bleibt dann auch da. Verwende zur Pediküre am besten einen Nagelknipser. Mit dem wird dir das nicht so schnell passieren. Erfahre in unserem Beitrag mehr darüber, wie dir die perfekte Pediküre gelingt.

  • Zu enge Schuhe: Deine absoluten Lieblingsschuhe sind einen Tick zu klein? Hier die schlechte Nachricht: Sie könnten die Ursache für deinen eingewachsenen Zehennagel sein. Setzt du deinen Zehennagel unter dauerhaften Druck, riskierst du damit, dass er in die falsche Richtung wächst. Besonders wenn deine Füsse stark schwitzen und die Haut um den Nagel aufgeweicht ist. 

  • Erblich bedingte Nagelwuchsformen: Bestimmte Nagelformen können eingewachsene Zehennägel begünstigen. Darunter fallen z.B. gewölbte oder röhrenartige Nägel, auch “Rollnägel” genannt.

  • Krankheitsbedingte Wassereinlagerungen in den Füssen

  • Auch Erkrankungen wie Diabetes mellitus bergen ein erhöhtes Risiko

  • Übergewicht

 

Eingewachsene Zehennägel: Die richtige Behandlung

 

Bei der Behandlung von eingewachsenen Zehennägeln haben wir das Ziel, die Beschwerden zu lindern und gleichzeitig den Nagel dazu zu bringen, wieder in die richtige Richtung zu wachsen. 

Was kann ich selbst gegen eingewachsene Nägel tun?

 

Ein eingewachsener Zehennagel ist noch lang kein Grund, sich zu stressen. Denn wenn du früh genug dran bist, kannst du einiges dagegen tun – und dafür musst du manchmal nicht einmal das Haus verlassen. 

1. Ein entspannendes Fussbad

Wenn du deine Füsse in warmen Seifenwasser badest, werden deine Haut und Nägel schön weich. Noch besser ist, wenn du etwas Bittersalz oder Kamillenblüten deinem Fussbad beimengst. Sie wirken schmerzlindernd, entzündungshemmend und abschwellend. Bade deinen Fuss zweimal täglich für etwa 15 Minuten. Danach lässt sich die aufgeweichte Haut vom eingewachsenen Nagelrand wegschieben. Anschliessend empfiehlt es sich die betroffene Stelle mit antiseptischen entzündungshemmenden Salben, Gelen oder Tinkturen zu behandeln. Dafür eignet sich z.B. eine Jodsalbe. Wichtig ist es, deine Füsse nach dem Bad gut abzutrocknen und ein bisschen abzuwarten, bevor du deine Schuhe anziehst. Denn die werden wieder Druck auf den eingewachsenen Nagel ausüben. 

 

2. Nimm den Druck raus

Massiere deinen Nagel sanft und versuche anschliessend, die eingewachsene Nagelecke mit einem weichen Nagelhölzchen leicht anzuheben. Schiebe ein wenig Watte darunter, um den Druck von der Nagelecke zu nehmen. Lass am besten etwas überstehen, damit du die Watte gut auswechseln kannst. Mit etwas Geduld wird der Nagel in einem anderem Winkel weiterwachsen. 

 

3. Wohltuende Massage

Du kannst auch versuchen, die Haut um den Zehennagel mit Öl einzumassieren. Dann bleibt sie geschmeidig und der Nagel hat es leichter hinauszuwachsen. Dafür eignet sich am besten Teebaumöl, wegen seiner antibakteriellen Wirkung. 

 

Eingewachsener Nägel: Behandlung mit Hilfsmitteln

Neben der Behandlung mit entzündungshemmenden Tinkturen, Gele oder Salben gibt es noch spezielle Hilfsmittel, um den Nagel wieder von der angrenzenden Haut (Nagelwall) zu trennen und normal weiterwachsen zu lassen. Die kannst du bequem und rezeptfrei in einer Apotheke oder Drogerie besorgen. Wenn du unsicher ist, welche Behandlungsmethode die beste für dich ist, dann nimm am besten eine medizinische Fusspflege (Podologie) in Anspruch.  

  • Schaumstoff- oder Silikon Keil: Damit nichts auf den betroffenen Nagelbereich drückt und ihn beim normalen Wachstum stört, kannst du mit einem Schaumstoff- oder Silikon Keil arbeiten. Fixiere das Teil mit einer Mullbinde in deinem Zehenzwischenraum.

  • Zugverbände aus Plaster: Sie ziehen die entzündete Haut vom Nagelrand weg und trennen somit Nagel und Nagelwall. 

  • Nagelspangen oder Kunststoffschienen: Nagelspangen werden auf den betroffenen Nagel gesetzt und hinter den seitlichen Nagelrändern eingehakt. Kunststoffschienen werden über den Nagelrand geschoben. Beide Hilfsmittel sorgen für sanften Gegendruck, sodass der Nagel sich anhebt und wieder mehr Abstand zwischen Nagel und Haut entsteht. 

  • Tape: Ein Tipp, der effektiv und sofort gegen Schmerzen bei eingewachsenen Zehennägeln hilft, ist es, den Zehennagel zu tapen: Schiebe einen wattierten Pflasterstreifen zwischen den Nagel und die entzündete Nagelhaut. Das Pflaster ziehst du dann so über den Zeh, dass mehr Luft zwischen Haut und Nagel liegt.
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Wann sollte ich zum Arzt gehen oder eine OP in Erwägung ziehen?

 

Wenn dein Nagel über einen längeren Zeitraum schmerzt, entzündet ist oder sogar eitert, solltest du über eine Operation nachdenken. Dabei schneidet deine Ärztin oder Arzt das entzündete Gewebe heraus und entfernt dabei – je nach Entzündungsgrad - einen Teil oder sogar den ganzen Nagel. Bei dieser Operation wird dir ein Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) in den Zeh gespritzt, manchmal wird zusätzlich ein Beruhigungsmittel verabreicht und du verschläfst die OP einfach. Nach dem Eingriff solltest du den Fuss möglichst hoch lagern. Gegen Schmerzen werden dir Schmerzmittel verschrieben werden und in etwa zwei Wochen sollte alles verheilt sein. 

 

Was kann ich bei einem eingewachsenen Nagel gegen die Schmerzen tun?

 

Du kannst die Heilung deines eingewachsenen Zehennagels unterstützen und gleichzeitig deine Schmerzen lindern, indem du ein paar grundlegende Sachen befolgst:  

  • Gib deinem Fuss Freiraum: Gönn deinen Füssen ein bisschen Freiheit. Laufe viel barfuss herum, damit dein Fuss atmen kann und nicht zu viel schwitzt.

  • Vergiss die Socken nicht! Unterwegs solltest du immer Socken tragen. Sie verhindern, dass Schmutz und Bakterien an die empfindliche Stelle kommen. Entscheide dich hierfür am besten für Socken aus Baumwolle. Sie saugen den Schweiss auf, lassen die Füsse atmen und reizen sie nicht durch chemische Farbstoffe. 

  • Keine engen Schuhe: Trage keine engen Schuhe, die deine Zehen zusammenpressen. Der Druck macht es dem eingewachsenen Nagel schwer, sich von der Hautfalte zu lösen. 

  • Auf Nagellack und Pediküre verzichten: Lackiere deine Zehennägel während der Behandlung nicht. Nagellack kann die Haut zusätzlich reizen. Auch eine professionelle Pediküre sollte jetzt warten.
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Wie kann ich eingewachsene Nägel vorbeugen?

 

Abschliessend hier eine Aufzählung von allem, was du tun kannst, damit eingewachsene Nägel erst gar nicht entstehen können: 

  • Richtig schneiden: Achte darauf deine Zehennägel immer gerade abzuschneiden und kürze deine Zehennägel regelmässig, am besten alle zwei bis drei Wochen. Vermeide dabei scharfe Kanten! Lass die Ecken so lange, dass sie frei auf dem seitlichen Hautrand liegen – so werden sie nicht einwachsen! 

  • Vermeide Schweiß und Druck und schaffe Platz, indem du offene und atmungsaktive Schuhe trägst, die nicht einengen. 

  • Vorbeugende Salben: Creme deine Füsse regelmässig mit einer Salbe ein, die Urea (Harnstoff) enthält. So sorgst du für eine weiche Haut und beugst Nagelbettentzündungen vor.

  • Die richtige Pflege: Vergiss nicht auf eine regelmässige, verwöhnende Fusspflege. So hältst du deine Füsse gesund und geschmeidig. Erfahre in unserem Beitrag mehr darüber, wie du deine Füsse richtig pflegen und verwöhnen kannst. 
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Eingewachsene Nägel: Häufigkeit, Verlauf & Prognose

 

Eingewachsene Zehennägel sind keine Seltenheit. Im Schnitt sind 20 von 100 Personen, die ihren Hausarzt oder ihre Hausärztin wegen Fussbeschwerden aufsuchen, davon betroffen. Dabei weisen Jugendliche und junge Erwachsene eine besonders hohe Anfälligkeit auf, da es beispielsweise aufgrund hormoneller Umstellungen zu einer vermehrten Schweissbildung kommt, welche wiederum eingewachsene Nägel begünstigt. Ebenfalls stärker betroffen sind Menschen höheren Alters oder mit einer Diabetes-Erkrankung.

Unter Ärzten bzw. Ärztinnen wird zwischen 3 verschiedenen Stadien des Krankheitsverlaufs unterschieden:

    1. Stadium: Der eingewachsene Nagel macht sich dadurch bemerkbar, dass dieser in die Haut seitlich eingewachsen ist. Dabei ist die betroffene Stelle oft entzündet und schmerzt.

    2. Stadium: Es bildet sich neues entzündetes Gewebe am Rand des Nagels, welches nässt und eitert.

    3. Stadium: Eine chronische Entzündung tritt auf. Das Gewebe eitert regelmässig und kann auch über den Nagel wachsen.

Um dies zu verhindern ist es wichtig die Symptome frühzeitig zu erkennen, dagegen vorzugehen und auch nach der Behandlung mit den Tipps von essie einem neuerlichen Einwachsen vorzubeugen.

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